Die Welt aus der Sicht eines Freikirchlers

Guten Tag,

mein Name ist Paul. Ich bin ein sehr gläubiger Mensch, ein Freikirchler, um genau zu sein. Ich wache jeden Morgen mit einem Gebet auf und gehe mit dem Segen Gottes ins Bett. Letzterem verdanke ich nicht nur meiner Gläubigkeit, sondern auch der Angehörigkeit zur richtigen Glaubensgemeinschaft.

Unsere Gemeinde hat sich von einer kleinen Brüdergemeinde, die lediglich in der mittelhessischen Region vertreten ist, abgespalten, welche wiederum eine Abspaltung einer Abspaltung der ursprünglichen Abspaltung von der evangelisch-lutherischen Kirche darstellt. Was soll ich sagen, wir sind eine kleine Gemeinde und demzufolge darf ich Ihnen die erfreuliche Mitteilung überbringen, dass noch genügend Platz im Himmel für Sie alle zur Verfügung steht : )

Allerdings bedeutet dies auch, dass wir auf kleine Spenden unserer Gäste angewiesen sind. So gehört es bei uns zum guten Ton und stellt zugleich eine Bereicherung für die Allgemeinheit dar, dass unsere besonders gläubigen und gutherzigen Mitglieder ihr Hab und Gut der Gemeinde vermachen (Häuser, Lebensversicherungen etc.), ihren vom Glauben abgekommenen Kindern aber dennoch den Pflichtanteil vom Erbe zugestehen.

Die Nächstenliebe hat in unserem Leben höchste Priorität. So beten wir oft und gerne für die Ungläubigen, denen wir im alltäglichen Leben begegnen, und bitten Gott, ihnen den Weg zum ewigen Leben zu erleichtern. Wir sind offen und freundlich gegenüber neuen Gesichtern in unserer Gemeinde. Um in unseren Kreis aufgenommen zu werden, müssen sich die Anwärter jedoch zunächst bewährt haben, d. h., nur wer ein gotteswürdiges Leben führt und Jesus in sein Herz gelassen hat und unsere Glaubensdoktrinen als einzige Wahrheit akzeptiert hat, der wird Teil unserer Gemeinde sein.

Wir verstehen uns nicht als missionierende Gemeinde. Alles, was wir uns erhoffen, ist, dass die Menschen in unserem Umfeld aufgrund der guten Argumente, die wir ihnen vorbringen, freiwillig zu unserem Glauben übertreten. Dabei ist es wichtig, auch tolerant gegenüber denjenigen zu sein, die dem falschen Glauben angehören und ein sündenerfülltes Leben führen.

Ein aus dem Leben gegriffenes Beispiel, das unser Pfarrer oft und gerne in seinen Predigten aufgreift, ist die Bekehrung eines Sünders, der sich zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlte. Er erkannte, dass seine Handlungen moralisch verwerflich und widernatürlich waren, und schaffte es mit Gottes Hilfe – durch intensives Beten – ein normales Leben führen zu können. Heute ist er glücklich verheiratet und hat 4 Kinder. Seine Frau hat ihm verziehen.

In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass es uns nicht darum geht, den Menschen zu verändern. Jeder Mensch ist ein Individuum und muss als solches respektiert werden. Wir können ihm lediglich dabei helfen, der Mensch zu werden, den Gott aus ihm machen möchte.

Wir Gemeindemitglieder verfolgen genaue Richtlinien in unserem Leben, die der heiligen Bibel entnommen sind und die jeden Sonntag im Gottesdienst von unserem Prediger affirmiert werden. Mir persönlich beschert es innere Zuversicht und Frieden, auf der richtigen Seite zu stehen, und ich halte mir gerne den Spruch vor Augen: „Wenn Gott mit dir ist, wer kann dann gegen dich sein?!“

Hier eine Auflistung der bedeutendsten Glaubensdoktrinen in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit nebst Erläuterungen:

—————————————————————————————————————–

1) Es darf kein vorehelicher Sex praktiziert werden.

Die Frau muss keusch und unerfahren in die Ehe gehen, denn die Jungfräulichkeit ist ein Geschenk Gottes, das nur einmal im Leben einem Mann dargebracht werden kann. Der Mann sollte möglichst auch jungfräulich in die Ehe gehen. In der Ehe selbst darf der Geschlechtsakt nur mit dem Ehepartner durchgeführt werden. Der Mann zeigt der Frau, wie sehr er sie liebt, indem er sich für sie aufhebt. Einen besseren Liebesbeweis kann es nicht geben. So stellt die Ehe für uns Freikirchler einen größeren Anreiz dar als für Menschen, die in wilder Ehe leben und sich womöglich nach Jahren wieder trennen, weil sie feststellen, dass sie nicht zueinander passen.

Wir dürfen erst nach der Eheschließung eine gemeinsame Wohnung beziehen und heiraten meist sehr früh, da wir es nicht erwarten können, dem Partner zu zeigen, wie sehr wir ihn lieben. Unsere Ehen halten ein Leben lang, denn sie sind von Gott gesegnet worden. Scheidungen werden nicht gerne gesehen und führen zum Ausschluss aus der Gemeinde.

2) Kein Sex vor der Ehe

Beachtet diesen Grundsatz bitte, traut euch, eure Triebe einzudämmen, mit Gottes Hilfe werdet ihr dies schaffen.

3) Nun haltet euch bitte zurück!

—————————————————————————————————————–

Wir haben viele junge Mitglieder in unserer Gemeinde. Diese haben alltägliche Probleme, die sich nicht wesentlich von denen der ungläubigen Menschen unterscheiden. Der Unterschied besteht lediglich in dem Lösungsansatz, der bei unseren Gemeindemitgliedern christlicher Natur ist.

Samuel-Arvid z. B. hatte lange Zeit mit der Frage zu kämpfen, ob es unchristlich sei, sich tätowieren zu lassen. Die Problematik hatte ihn beinahe an den Rande eines Glaubenskonfliktes gebracht. Was tat er? Er handelte einen Deal mit Gott aus, der besagte, dass er nur Motive wählen würde, die einen biblischen Kontext aufweisen. Heute schmückt die Darstellung des Exodus seinen Rücken und ein Herz mit der Inschrift „I love Jesus“ seinen muskulösen Oberarm.

Lilith-Hortensia bekam einen Heiratsantrag von dem schüchternen, etwas unattraktiven Bartolomeo Joel Maxim. Sie war sich nicht sicher, ob sie den Bund der Ehe eingehen sollte, unter anderem, weil sie den jungen Mann kaum kannte. Was tat sie? Sie wartete auf ein Zeichen Gottes und erhielt es in Form eines Traumes. Heute sind die beiden glücklich miteinander verheiratet.

Ich kann Menschen nicht verstehen, die uneinig mit sich selber sind und dies zum Ausdruck bringen, indem sie die Welt als von Falschheit und Gewalt geprägt darstellen. Ich persönlich deute Naturkatastrophen und Einzelschicksale als den Willen und die Strafe Gottes. Mir kann jedoch nichts passieren, denn ich bin ein gläubiger Mensch. Und sollte mir im Diesseits etwas Schlechtes widerfahren, so nehme ich dies als gegeben hin und vertraue darauf, dass ich im Jenseits die Belohnung für die weltlichen Schmerzen erhalten werde.

Warum sollte man das Leben unnötig verkomplizieren. Alles ergibt einen Sinn. Es gibt kein Schicksal, jeder kann sein Leben selbst lenken. Falsche Handlungen führen zu negativen Konsequenzen. Wer Gottes Wort befolgt, dem wird nichts passieren, der wird im Einklang mit sich selber stehen, denn er kennt die Wahrheit. Gott ist da draußen. Gott ist überall. Bete und du wirst errettet.

So ist es George W. Bush ergangen. Er hat zu Gott gefunden und ist als Belohnung amerikanischer Präsident geworden.

Also bitte, stellt das Leben nicht komplizierter dar als es ist. Lebt euer Leben in Einklang mit Gott und ihr werdet über jeden Selbstzweifel und alle Widersprüchlichkeiten des Lebens erhaben sein. Auf alles gibt es eine Antwort. Lest die Bibel, sie ist Gottes Wort, und zwar 1 zu 1. Moses hat sie verfasst auf der Grundlage von göttlichen Träumen. In diesem Sinne:

Gott segne euch.

Göttliche Grüße

Paul

Anmerkung der Autorin:

Jegliche Ähnlichkeiten mit realen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

 


2 responses to “Die Welt aus der Sicht eines Freikirchlers

  • Gislinde

    Na ja das Leben ist schon schlimm aber man muss das beste daraus machen.Grüsse noch ganz lieb und wünsche frohe Ostern Gislinde.

  • petersemenczuk

    „Wenn Georg Bush ein Kind Gottes ist,
    der einen Krieg mit unschuldigen Menschen zu verantworten hat vor Gott,
    und seine eigenen Landsleute in den Tod schickt,
    der sein eigenes Vokk und der fremden Mächte belügt,
    Dann ist >Luzifer< sein Messias, sagt der Geist Gottes!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: