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Das Märchen von der Liebe

Ein zermürbender Strom von Bildern, Impressionen, Geräuschen und Gerüchen fließt unaufhaltsam an meinem geistigen Auge vorbei, sobald ich deinen Namen ausspreche oder mit den Spitzen meiner Lippen forme. Er bettet die Gegenwart in einen Film der Bedeutungslosigkeit ein und spült sie mit sich hinfort. Was bleibt ist ein einziges Gefühl der Sehnsucht, die Zeit, das Leben zurückzuholen.

Du hast dich nicht bei mir verabschiedet, wohl wissend, dass ich nicht anders handeln könnte, als immer wieder zu dir zurückzukehren. Einmal tat ich es und als mich das Gefühl des reinen Glückes durchdrang, ich in deinem Park Saltos schlug und mir fest vornahm, für den Rest meines Lebens dort zu bleiben, da wusste ich, dass es für mich Zeit war zu gehen. Ich stieg in den Flieger ein und landete geradewegs in der nüchternen Realität.

Du bist ein Fremder in einer fremden Stadt. Erst verstehst du nichts, dann verstehst du alles und willst, dass es nie aufhört zu sein, wie es sich in diesen Momenten, in denen du in eine beliebige Rolle hineinschlüpfen kannst, anfühlt. Du passt nie ganz hinein in diese Welt, verschlingst gierig ihre Sahnehäubchen und hältst ihre Märchenkulisse aus Gerüchen, Farben, Lauten, Melodien für die höchste Form des Seins.

 

A random street in Valencia/Spain

Dann sonnt sich deine geheilte Seele im Schein der Existenz. Ein Märchen der Liebe, genährt von dem neuen, besseren, schweißtreibenden Wahnsinn. Alles ist stimmig, du bist eins mit der Welt, bis das Haltbarkeitsdatum abläuft und du feststellst, dass sich die Zeit nicht aufhalten lässt. Ein Intermezzo nur, ein kurzes Durchatmen und du bist derselbe, der du vorher warst, mit dem Unterschied, dass der Schmerz der Erinnerung dich lebendig macht und du beginnst, zu sein.